Paul Hardcastle (* 10. Dezember 1957 in London) ist ein britischer Keyboarder, Songautor und Produzent. Die Schwerpunkte seines Schaffens liegen im Jazz, seine größte Bekanntheit erlangte er jedoch über elektronische Musik.

Biografie

Erste Charterfolge feierte Hardcastle zwischen 1981 und 1983 mit der Gruppe Direct Drive und seinem Duo First Light. 1984 gründete er seine eigene Plattenfirma. Zuspruch von den Kritikern erhielt er für seine ersten Veröffentlichungen als Solokünstler Ende 1983, darunter besonders die Single Rainforest (1984). Die EP Rainforest erschien Anfang 1985 nur in den USA.

Der Durchbruch gelang ihm Mitte 1985 mit dem Song 19, der von ihm, Mike Oldfield, William Coutourie und Jonas McCord geschrieben wurde. Das Lied wurde in vielen Ländern zu einem Nummer-eins-Hit. Oldfield wurde erst später namentlich genannt, nachdem dieser in der 19-Melodie Ähnlichkeiten zu jener seiner Tubular Bells erkannte. Er ging vor Gericht, klagte und bekam Recht.

Ende des Jahres 1985 gründete Hardcastles Manager und Freund Simon Fuller die „19 Management Ltd.“ und „19 Entertainment Ltd.“. Es folgten einige weitere Hits in Großbritannien, darunter Don’t Waste My Time (prod. 1985, UK 1986 Platz 8), für dessen Aufnahme er Carol Kenyon als Sängerin gewinnen konnte. 1986 entstand unter dem Titel The Wizard die neue Anfangsmelodie der BBC-Musiksendung Top of the Pops (Titelmelodie bis Ende 1991).

Nach 1986 konzentrierte sich Hardcastle auf die Komposition von Soundtracks für Fernsehfilme. Im deutschen Sprachraum wurde die Titelmusik der BBC-Sendung Holiday mit dem Titel The Voyager bekannt.

1988 widmete er sich mit dem Album No Winners dem ausschließlichen Thema Atomkrieg. Das Album, das auf dem Cover ein Foto seiner weinenden Tochter Maxine zeigte, auf dem Innensleeve eine umfangreiche persönliche Stellungnahme von Paul Hardcastle zu Atomwaffen enthält und bei dem die meisten Stücke ohne Pausen ineinander übergehen, beginnt bei der Entstehung der Atomwaffen, den ersten Test und Einsätzen und endet mit den Abrüstungskonferenzen Ende der 1980er Jahre. Der typische Hardcastle-Synthesizer-Sound jener Zeit wird dabei durch zahlreiche Soundsamples aus Nachrichtensendungen und anderer Berichterstattung untermalt.

1990 veröffentlichte Hardcastle unter dem Pseudonym The Deff Boyz den Titel Swing, der in ganz Europa und in den USA zum Hit wurde. Das Pseudonym wählte er, da er aus vertragsrechtlichen Gründen seinen eigenen Namen hierfür nicht nutzen durfte.

Ab 1993 nahm Hardcastle mit den Projekten Jazzmasters (I-VII), Hardcastle (I-VI) und Kiss the Sky (I-II) mehrere von der Kritik positiv aufgenommene Synth-Jazz-Alben („Smooth Jazz“) auf. Besondere Erwähnung gebührt der bekannten Sängerin Helen Rogers, die auf zahlreichen Songs zu hören ist. Sie startete als Sängerin der Band Direct Drive, in die auch Hardcastle 1981 einstieg.

Am 12. Juli 2005 erschien sein Projektalbum Hardcastle 4. Die erste Auskopplung Serene belegt im September und Oktober 2005 für 6 Wochen Platz 1 in den „R&R Smooth Jazz ® National Airplay©-Charts“ der USA. Seine Tochter Maxine Hardcastle schrieb erstmals als Co-Autorin drei Songs. Am 25. Juli 2006 erschien das Album The Jazzmasters V. Mit dem Instrumentalsong Free as the Wind kam er in den „R&R Smooth Jazz ® National Airplay©-Charts“ der USA wieder auf vordere Ränge. Am 5. Februar 2008 erschien sein neues Album Hardcastle 5 in den USA. Das Album kam auf Platz 176 der Billboard 200. Die zweite Single Marimba platzierte sich am 25. Juni auf Platz 26 und stieg auf Platz 3 in den „R&R Smooth Jazz ® National Airplay©-Charts“ der USA.

Mitte Dezember 2008 wurde er als „Bester Smooth Jazz Künstler des Jahres 2008“ durch das Billboard Magazin geehrt.

Privatleben

Hardcastle ist seit Oktober 1985 verheiratet. Mit seiner Frau hat er eine Tochter (Maxine, * April 1986), die Sängerin ist, und zwei Söhne (Paul jr., * August 1990 und Ritchie, * Mai 1997).

Quelle: Wikipedia