Michael „Shindy“ Schindler (* 7. September 1988 in Bietigheim-Bissingen) ist ein deutscher Rapper, Produzent und Bestsellerautor mit griechischen Wurzeln.

Leben

Michael Schindler wurde als Sohn eines Deutschen und einer Griechin in Bietigheim-Bissingen geboren. In seiner Kindheit verbrachte er viel Zeit in der Gaststätte seiner griechischen Großeltern. Im Alter von zwölf Jahren begann er zu rappen. Zwei Jahre später wurde der ebenfalls griechischstämmige Rapper Jaysus auf ihn aufmerksam und produzierte einige Freetracks mit ihm. Schindler hat ein Semester Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hohenheim in Stuttgart studiert.

Karriere

Jugend

In seiner Kindheit kam er schon in Kontakt mit Musik. Als Grundschüler bekam er eine Gitarre von seiner Oma geschenkt, um seinem Idol Michael Jackson nachzueifern. Später entdeckte er die VHS-Kassette der Up 'N Smoke Tour. Aus Inspiration will er von da ab Hip-Hop Musik produzieren und auch aufnehmen. Mit seinen Freunden traf er sich oft in der Freizeit, um Songs aufzunehmen. In seinem Buch berichtet er, dass er jeden damals aufgenommenen Song wieder löschte, da sie ihm nach ein paar Wochen nicht mehr gefielen.

Crime Payz (2008–2013)

Durch das Internet kam Shindy auf Battle-Rap-Webseiten, auf denen er seine Songs hochlud. Jaysus und Kay One wurden dabei auf ihn aufmerksam und suchten den Kontakt zu ihm. Nach mehreren Treffen nahmen sie ihn in ihre Hip-Hop-Gruppe Crime Payz auf. Als Gruppenmitglied schrieb er viele Songs für die beiden Rapper und nahm auch selbst Songs auf, jedoch zieht Kay One bald nach Berlin, um seiner Karriere nachzugehen. Nach einem Disput zwischen Jaysus und Shindy entscheidet sich Shindy, Kay One nach Berlin zu folgen.

Zeit bei ersguterjunge (2013–2018)

Durch die enge Beziehung zu Kay One als Teil der Crew Crime Payz kam Shindy 2012 zu Bushidos Label ersguterjunge. Seine ersten Veröffentlichungen waren Gastbeiträge auf Kay Ones Album Prince of Belvedair. Auch auf der anschließenden Kay-One-Single Finale wir kommen trat Shindy als Feature auf. Die Single erreichte Platz 29 in den deutschen Charts. und war Shindys erste Chartnotierung. Gemeinsam mit Bushido nahm er die Single Panamera Flow auf, die auf Platz 51 in die deutschen Charts gelangte. Im Mai 2013 erschien der gegen Kay One gerichtete Disstrack Alkoholisierte Pädophile, bei dem Titel handelte es sich um eine Anspielung auf Kay Ones Label APMC. Shindy selbst betitelte den Track als „Die Wahrheit über Kay One“. Im Juni 2013 erschien die Single Immer immer mehr, die in den österreichischen Charts Platz 62 erreichte.

Im Juli 2013 erschien Shindys Debüt-Album NWA. Es erreichte in Deutschland und Österreich die Spitzenposition. NWA steht für „Nie wieder arbeiten“. Das im Album enthaltene Musikvideo Stress ohne Grund wurde nach etwa 45 Stunden von YouTube entfernt, hatte mit über 1,1 Millionen Klicks binnen 48 Stunden jedoch einen neuen „Klickrekord“ erreicht und damit Dynamit von Kollegah & Farid Bang um 100.000 Klicks übertroffen. Mit Wirkung zum 19. Juli 2013 wurde das Album indiziert. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, erstattete Strafanzeige gegen Bushido. Für die 2.0-Version des Albums NWA wurde der Song noch einmal zusammen mit dem Rapper Haftbefehl neu aufgenommen und unter dem Titel Stress mit Grund veröffentlicht. Der Track erreichte Platz 21 der deutschen Single-Charts. Im Juni 2015 wurde die Indizierung des Albums von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wieder aufgehoben.

Shindys zweites Studioalbum FVCKB!TCHE$GETMONE¥ erschien im Oktober 2014 und war laut GfK Entertainment das fünfterfolgreichste Rap-Album des Jahres 2014. Es erreichte Goldstatus in Deutschland. Im November 2015 erschien das Kollaboalbum CLA$$IC mit Bushido, das in Deutschland, Österreich und der Schweiz Platz 1 erreichte und in allen drei Ländern eine goldene Schallplatte erhielt. Seit November 2015 arbeitet Shindy als Model für das Modeunternehmen Cayler & Sons. Im Mai 2016 erschien Shindys Autobiografie Der Schöne & die Beats, die auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste der Sachbücher einstieg.

Am 11. November 2016 veröffentlichte Shindy sein drittes Soloalbum DREAMS, das ebenfalls Platz 1 der deutschen Charts erreichte. Seit einem Feature auf dem Bushido-Album Black Friday im Jahr 2017 wurde bei ersguterjunge keine Musik von Shindy mehr veröffentlicht.

Friends with Money (ab Ende 2018)

Nachdem er über ein Jahr nicht öffentlich präsent war, äußerte sich Shindy im November 2018 in einem Interview mit der Zeitschrift BOA zu den Gründen seiner medialen Abwesenheit: „Um alles aufzudröseln, was da in den letzten Monaten und Jahren passiert ist, würde eine Netflix-Serie nicht ausreichen. Die letzten Monate waren absoluter Psychoterror.“ Er themasierte zudem den Machtkampf zwischen seinen ehemaligen Labelbossen Bushido und Arafat Abou-Chaker: „Ich habe das Gefühl, dass die denken: Wer mich am Ende für sich gewinnt, gewinnt auch den Krieg.“ Gleichzeitig kündigte er ein baldiges Comeback in neuem Gewand an: „Von mir aus kann es losgehen. Es fehlen nur noch zwei Unterschriften. […] Ich liebe Ende-der-Neunziger-HipHop und den Rap der frühen Nullerjahre. In den neuen Songs will ich die Klangästhetik von damals mit dem neuen Soundbild von heute vereinen.“

Im Januar 2019 feierte Shindy mit der Single DODI sein Comeback. Der Song wurde unter seinem eigenen, neu gegründeten Label Friends with Money veröffentlicht und erreichte auf Anhieb Platz 1 der deutschen Singlecharts. Gleichzeitig kündigte er ein neues Album an, das am 12. Juli 2019 erschien und den Titel Drama trägt. Seit seinem Comeback arbeitet Shindy ausschließlich mit den Produzenten OZ und Nico Chiara zusammen, mit welchen er gemeinsam alle Songs produziert.

Kontroverse

Konflikt mit Fard (2012)

In mehreren Interviews zu der Veröffentlichung Prince of Belvedair äußerte sich Shindy negativ über den deutschen Rapper Fard. Es folgten über Fard abwertende Zeilen in den Liedern Sportsfreund und Die Gang schläft nie. Fard antwortete wenig später in seinem Song Molotov, wo er auch Kay One angriff. Seit Shindy mit Kay One im Streit steht, äußerte er, er habe Fard lediglich wegen seines damaligen Verhältnisses zu Kay One gedisst.

Konflikt mit Kay One (seit 2012)

Ab 2012 kam es zu einem der bekanntesten Konflikte der Deutschrap-Geschichte zwischen Kay One, seinem ehemaligen Freund und Labelboss Bushido und Shindy. Im April 2012 gab Kay One bekannt, dass er sich vom Label ersguterjunge verabschieden werde. Fünf Tage zuvor hatte Bushido die Wortmarke „Kay One“ beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet. Kay One äußerte sich darüber negativ und meinte, man wolle seine Karriere beenden. Gegen die Anmeldung der Wortmarke wurde zunächst Widerspruch erhoben und ein Jahr später schließlich Antrag auf Löschung gestellt. Im Mai 2012 wurde Kay One laut eigener Aussage nach zwei Auftritten von maskierten Leuten mit Messern angegriffen, wobei er allerdings nicht verletzt wurde. Er warf Bushido vor, ihm diese Leute geschickt zu haben, und bezichtigte ihn daraufhin einer Straftat; Bushido äußerte sich öffentlich und verneinte diese Vorwürfe. Im Mai 2013 brachte Bushidos Kollege Shindy, welcher sich ebenfalls im Streit mit Kay One befand, den Disstrack Alkoholisierte Pädophile heraus. In diesem unterstellte er Kay unter anderem die Texte für dessen Album Prince of Belvedair geschrieben zu haben ohne jemals Geld dafür bekommen zu haben. Besonders großes Aufsehen erregte allerdings der Vorwurf der Pädophilie gegen Kay und dessen Stiefvater „Olliwood“. Kay ließ den Disstrack kurz darauf sperren und kündigte kurz darauf auf Facebook an, die ganze Wahrheit ans Licht zu bringen. Am 1. August 2013 erschien schließlich der Disstrack Nichts als die Wahrheit von Kay One, wobei dieser betonte, dass der Song kein Diss, sondern schlicht die Wahrheit wäre. Im Song rappt Kay One über seine Vergangenheit mit Bushido und Shindy. Dort warf er unter anderem vor, dass nicht er, sondern Shindy und Bushido pädophil seien und Bushido seine eigene Frau mit einem siebzehnjährigen Mädchen betrogen habe. Bushido kündigte darauf auf YouTube an, ebenfalls einen Disstrack rauszubringen. Ein weiterer Höhepunkt des Streits fand statt, als Kay One zu Stern TV ging und dort über Bushidos Beziehungen zur Mafia redete. So behauptete er, er sowie Bushido sei Sklave der Familie gewesen und dass Bushido selber aus Berlin fliehen wolle.

Die Antwort Bushidos folgte am 22. November 2013 unter dem Namen Leben und Tod des Kenneth Glöckler auf dessen offiziellen YouTube-Channel. Der elfminütige Disstrack spiegelte Kay Ones Karriere aus Bushidos Sicht wider und erzählte, dieser habe jeden seiner alten Kameraden im Stich gelassen, um viel Geld zu verdienen. Auch wurde Kay One eine angebliche Affäre mit der transsexuellen Lorielle London unterstellt. Der Disstrack konnte bereits in sieben Stunden die 1-Million-Klick-Marke erreichen und somit einen neuen Rekord aufstellen. Kay One bezeichnete Bushido darauf auf Facebook als Hassprediger und dessen Aktivität als reinsten Promo-Move. Seit Kay Ones Veröffentlichungen über Bushidos Beziehungen zum Abou-Chaker-Clan steht Glöckler unter Polizeischutz, da er Morddrohungen erhielt.

Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung (2016)

Gegen 4 Uhr am 1. Januar 2016 wartete Schindler mit seinen Begleitern, wie auch mehr als 20 weitere Menschen, am Stuttgarter Rotebühlplatz auf ein Taxi. Unter strittigen Umständen zogen sich zwei Männer "eine blutige Nase, eine geplatzte Lippe, ein[en] Riss in der Wange und etliche Hämatome" zu. Wegen des Geschehens wurde Schindler am Amtsgericht Stuttgart angeklagt.

Nebenkläger waren ein 29-Jähriger und dessen Bekannter – ein 35-jähriger Polizeimeister. Der 29-Jährige sagte, er habe Schindler gefragt, ob er Bushido sei, woraufhin er von Schindler geschlagen und, am Boden liegend, von Schindler und dessen Begleitern weiterhin malträtiert worden sei. Der Bekannte sagte, er sei zu Hilfe gekommen und ebenfalls zu Boden geprügelt worden.

Ein Zeuge, ein Polizist der zum Ort des Geschehens gerufen wurde, sagte aus, Schindler habe einem der am Boden Liegenden gegen die Schulter getreten. Zudem sollen Personen aus der Gruppe den Vorwurf erhoben haben, Polizisten hätten die Männer mit Schlagstöcken niedergeprügelt.

Schindler, vertreten durch Martina Kohler, sagte „Ich habe aber niemanden getreten und niemanden geschlagen“. Nach Angaben Schindlers soll er sich, als ein Taxi zu sehen war, vorgedrängelt und dem Fahrer 100 € für die Fahrt angeboten haben. Daraufhin sei er angepöbelt worden, es sei zu einem Handgemenge gekommen bis die Polizei kam. Er habe drei Flaschen Schaumwein intus gehabt und könne sich an das Geschehen nicht mehr genau erinnern.

Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Haftstrafe von einem Jahr und vier Monaten, dem sich die Anwälte der Nebenkläger anschlossen. Kohler hob in ihrem Plädoyer die Provokationen gegenüber Schindler und die allgemeine Alkoholisierung hervor und beantragte deshalb eine Geldstrafe wegen einfacher Körperverletzung.

Die Richterin verurteilte Schindler wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem muss Schindler jeweils 1000 € an die Nebenkläger und 5000 € an eine gemeinnützige Organisation zahlen.

Schindler und Kohler legten gegen das Urteil Berufung ein. In der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Stuttgart gestand Schindler, die beiden Männer verletzt zu haben, und äußerte sein Bedauern darüber. Das Landgericht reduzierte die Freiheitsstrafe auf elf Monate. Die Vollziehung der Freiheitsstrafe wurde ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt. Zusätzlich wurde Schindler verurteilt, an die beiden Männer nunmehr insgesamt 6000 € Schmerzensgeld zu zahlen.

Konflikt mit Shirin David (seit 2019)

Auf der ersten Version des Songs Affalterbach war ursprünglich Shirin David als Hooksängerin zu hören. Jedoch gab sie dafür niemals die Erlaubnis, die aufgenommenen Zeilen zu veröffentlichen. Ihrer Aussage nach war ein Song ursprünglich geplant, jedoch wurde das Projekt eingestellt, da sich die beiden Künstler nicht auf die Gestaltung des Musikvideos einigen konnten. Die Sängerin ließ darauf das Lied sperren. Eine überarbeitete Version des Songs, mit einer anderen Hooksängerin, wurde anschließend veröffentlicht.

Auf der Instagram-Seite von Shirin David erklärte sie ihre Sichtweise, auch dass Shindy sie auch mit Sätzen, wie "Alles klar Beyoncé, bleib besser zu Hause du Spinnerin" herablassend behandelt habe. Als Antwort auf diesen Beitrag machte sich Shindy in der Late Night Berlin Show über ihre Verkaufszahlen lustig.

Auszeichnungen

Hiphop.de Awards

  • 2013: Bester Newcomer National
  • 2015: Bester Produzent National (mit Bushido, Beatzarre und Djorkaeff)

Buch

  • Der Schöne & die Beats, 2016 (Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste vom 21. bis zum 27. Mai 2016)
Quelle: Wikipedia