Marie Laforêt (eigentlich Maïténa Marie Brigitte Douménach) (* 5. Oktober 1939 in Soulac-sur-Mer, Département Gironde, Frankreich; † 2. November 2019 in Genolier, Waadt, Schweiz) war eine französisch-schweizerische Chanson-Sängerin und Schauspielerin.

Leben

Laforêt trat Anfang der 1960er Jahre zunächst in verschiedenen Spielfilmen auf. Wenig später folgten ihre ersten Gesangsaufnahmen. Ihr erster Hit hieß Les vendanges de l’amour (1963). Zu ihren größten musikalischen Erfolgen zählen Viens, viens (1973) und Il a neigé sur yesterday (1977), eine Hommage an die Beatles. Erfolgreich waren auch ihre Aufnahmen internationaler Hits wie Paint It Black der Rolling Stones (Marie douceur, Marie colère), The Sound of Silence (La voix du silence) sowie El cóndor pasa (La flûte magique) von Simon & Garfunkel und Summer Wine von Nancy Sinatra und Lee Hazlewood (Le vin de l’été).

Laforêt veröffentlichte bis Anfang der 1990er Jahre mehrere Alben. Neben ihren französischen Aufnahmen entstanden auch Lieder auf Deutsch, Italienisch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Japanisch. Von ihren Alben wurden insgesamt rund 35 Millionen Exemplare verkauft, von denen die Sängerin nach eigenen Angaben den Vertragsbedingungen jener Zeit entsprechend (als Angestellte ihrer Plattenfirma) nur in bescheidenem Maße profitierte. Von Ihrer Gesangsstimme sagte sie: „Je n'ai pas une voix, j'ai un timbre“ („Ich habe keine Stimme, ich habe ein Timbre“).

Ihr Filmdebüt gab sie in René Cléments Krimiklassiker Nur die Sonne war Zeuge (1960) an der Seite von Alain Delon. In den folgenden Jahren drehte sie mit vielen bekannten Schauspielern, so 1963 an der Seite von Charles Aznavour in Rattenfalle Amerika (1963). Mit dem Regisseur Claude Chabrol drehte sie 1965 M.C. contra Dr. Kha. Hier war sie neben Francisco Rabal und Stéphane Audran zu sehen. In Fröhliche Ostern spielte sie 1984 neben Sophie Marceau und Jean-Paul Belmondo. Mit Belmondo hatte Laforet in der Vergangenheit bereits mehrfach vor der Kamera gestanden. Die beiden drehten Galante Liebesgeschichten (1961), Jagd auf Männer (1964), Der Windhund (1979) und Die Glorreichen (1984). In Der Diamantenprinz war sie 1967 neben George Hamilton und Lilli Palmer zu sehen. Ihre letzte Filmrolle spielte sie 2008 in Das Büro Gottes neben Nathalie Baye und Béatrice Dalle; danach erschien sie 2010 noch einmal in einem Kurzfilm. Alles in allem umfasst ihr Schaffen als Film- und Fernsehschauspielerin mehr als 50 Produktionen.

In ihren späteren Jahren spielte sie hauptsächlich Theater. Für ihre Interpretation der Maria Callas in Terrence McNallys Stück Master Class wurde sie zweimal für den französischen Theaterpreis Molière als beste Hauptdarstellerin nominiert.

Laforêt lebte ab 1978 in der französischsprachigen Schweiz und war Schweizer Staatsbürgerin. Eine Stellenanzeige, in der sie orthodoxe Muslime von der angebotenen Arbeit in ihrem Haushalt ausdrücklich ausschloss, führte im November 2011 in Frankreich zu einem Gerichtsverfahren wegen rassistischer Diskriminierung.

Sie ist die Mutter der französischen Regisseurin und Drehbuchautorin Lisa Azuelos.

Marie Laforêt starb am 2. November 2019 im Alter von 80 Jahren in der Schweiz.

Chansons (Auszug)

  • À demain my darling
  • Au printemps
  • Ay! Tu me plais
  • Blanche nuit de satin – 1982
  • Cadeau
  • Choux, cailloux, genoux, époux…
  • Emporte-moi
  • Entre toi et moi
  • Frantz
  • Harmonie – 1978
  • Il a neigé sur Yesterday
  • Immer wieder Sonnenschein – 1964
  • Ivan, Boris et moi – 1967
  • Je n’ai rien appris
  • Je suis folle de vous
  • Je vois (Donna sola) – 1977
  • Je voudrais tant que tu comprennes
  • Julie Crèvecoeur
  • Katy cruelle
  • L’amour comme à 16 ans
  • L’orage
  • La bague au doigt
  • La baie des anges – 1979
  • La cavale
  • La flûte magique (El cóndor pasa)
  • La plage (La playa)
  • La tendresse
  • Le lit de Lola – 1967
  • Le roi a fait battre le tambour – 1963
  • Les noces de campagne – 1964
  • Les vendanges de l’amour – 1963
  • Luciana
  • Mach mir nichts vor – 1964
  • Maine Montparnasse
  • Manchester et Liverpool – 1966
  • Marie douceur, Marie colère – 1966 (Cover von Paint It Black)
  • Moi, je voyage – 1979
  • Mon amour, mon ami – 1967
  • Noé
  • Parlez-moi d’amour – 1980
  • Qu’est-ce qui fait pleurer les filles? – 1963
  • Qu’y a-t-il de changé?
  • Qué calor la vida – 1968
  • Roman d’amour – 1978
  • Saint-Tropez blues – 1960
  • Sébastien – 1967
  • Mais si loin de moi – 1963
  • Tom – 1967
  • Tu es laide
  • Tu fais semblant – 1963
  • Tumbleweed – 1960
  • Viens sur la montagne – 1964
  • Viens, viens – 1973
  • V’là l’bon vent – 1963
  • Warszawa (Goodbye Mama) – 1973
  • Y’a pas d’raison – 1983
Quelle: Wikipedia