Home » Archiv » Verzeichnis » Künstler

James Arthur

James Andrew Arthur (* 2. März 1988 in Middlesbrough, England) ist ein britischer Sänger und Musiker. 2012 gewann er die neunte Staffel der Castingshow The X Factor.

Leben und Karriere

James Arthur ernährt sich vegan und ist derzeit mit der Tänzerin Jessica Grist liiert. 2019 wurde er von PETA zum schönsten Veganer des Jahres gekürt.

Arthur konnte in seiner Musikkarriere bisher (Stand: Januar 2019) über 25 Millionen Tonträger verkaufen. Außerdem ist er einer von bisher nur wenigen Künstlern, die mit einem Song auf Spotify mehr als 1 Milliarde Streams erreichen konnten; im März 2020 erreichte Arthurs Say You Won’t Let Go mit rund 1,360,000,000 Abrufen vorübergehend Platz 10 der weltweiten Spotify-Bestenliste.

Jugend und musikalische Anfänge

James Arthur ist eines von fünf Kindern von Shirley Ashworth und Neil Arthur. Seine Eltern trennten sich, als er ein Jahr alt war. Ab dem neunten Lebensjahr lebte er für vier Jahre in Bahrain und besuchte dort die British School of Bahrain. Nach seiner Rückkehr nach Großbritannien besuchte er die Ings Farm Primary School und die Rye Hills School.

Er spielte in Schulbands und sammelte als Soloartist und Singer-Songwriter bei Kneipenauftritten Erfahrungen. Seine ersten eigene Songs veröffentlichte Arthur auf Soundcloud und YouTube, darunter das Album Sins by the Sea. Im August 2012 veröffentlichte er unter dem Projektnamen The James Arthur Project das Album Hold On, das in Zusammenarbeit mit dem 2018 verstorbenen John McGough entstanden war. Später erschien die EP Collection.

Castingshow-Gewinn mit Impossible und erstes Studioalbum

2011 nahm Arthur an der Castingshow The Voice UK teil, erreichte allerdings nur die Runde der besten 200 Kandidaten.

Am 9. Dezember 2012 gewann Arthur mit einer Interpretation des Songs Impossible von Shontelle schließlich die Castingshow The X Factor gegen Jahméne Douglas. Die als Single erschienene Aufnahme erreichte nach einem Tag die Spitze der britischen iTunes-Charts und ist die drittmeist verkaufte Single in Großbritannien seit 2000. In Deutschland wurde der Song erst nach dem Auftritt von Ricardo Bielecki in der Castingshow Deutschland sucht den Superstar bekannt. In der Schweiz erreichte das Lied Platz 2 der Charts.

Am 7. August 2013 gab Arthur via Twitter bekannt, dass seine zweite Single You’re Nobody ’Til Somebody Loves You heißen wird, eine rockige Nummer mit Soul-Elementen, für die auch ein Video produziert wurde.

Am 4. November 2013 erschien sein erstes kommerzielles Album James Arthur. Obwohl eine großen Anzahl von Mitarbeitern an der Produktion beteiligt waren, entsprach das Ergebnis nur bedingt seinen Vorstellungen. Von den deutschen Musik-Kritikern von laut.de wurde es nichtsdestotrotz als positives Beispiel für das Debüt eines Castingshow-Gewinners gesehen: "Lieber Dieter Bohlen, liebe Sarah Connor, liebe Nena, wagt einen kurzen Blick nach England. So bastelt man aus einem eigenständigen und talentierten Sänger und Songwriter einen Star, der das Zeug hat, länger als zwei Wochen zu überdauern."

Musikalische und persönliche Krise

Mit zunehmendem Erfolg erhöhte sich der Druck der Medien und es stellten sich Versagensängste ein, die zum Missbrauch von Alkohol und Tabletten führten. In der Aufarbeitung dieser Krise erkannte Arthur, dass er seinen eigenen Stil finden und den Umgang mit öffentlicher Kritik erst erlernen musste. Seine Panikattacken und Angstzustände beschreibt Arthur in seinem autobiografischen Buch Back to the boy. Für seine Genesung und den Erhalt seiner Gesundheit lernte Arthur, sich selbst zu lieben und positiv zu denken. Inzwischen ist er selbst auch Unterstützer von SANE, einer englischen Charity-Organisation für mentale Gesundheit.

Am 15. Mai 2014 veröffentlichte Arthur ein freies Rap-Mixtape mit dem Namen All the World’s a Stage via SoundCloud. Seine Plattenfirma, die von Simon Cowell gegründete Syco Music, löste daraufhin den Vertrag, da einige Textpassagen als Gewalt verherrlichend verstanden wurden. Schon zuvor hatte es verschiedene Skandale gegeben, die von der britischen Presse aufgegriffen wurden und bei vielen Menschen – z. B. auch bei den Fans von One Direction, deren Mitglieder von Arthur als "Marionetten" bezeichnet wurden – für großen Unmut sorgten. Inzwischen sind die Differenzen, die Arthur u. a. mit Louis Tomlinson hatte, jedoch beigelegt.

Im August 2016 führte ein Flirt zu einer erheblichen Kopfwunde des Stars, die genäht werden musste. Dabei schlug ein eifersüchtiger Mann James Arthur von hinten ein Glas auf den Kopf. Dies brachte dem Angreifer Anfang 2017 über 5 Jahre Gefängnis ein.

Das Comeback – Say You Won’t Let Go und das zweite Studioalbum

Am 28. Oktober 2016 wurde das zweite Album Back from the Edge veröffentlicht. Die erste Single-Auskopplung Say You Won’t Let Go erreichte für 3 Wochen Platz 1 der britischen Charts.

Der Song Say You Won’t Let Go ist mit über acht Millionen Verkäufen weltweit bisher Arthurs erfolgreichster Song. Der Song entstand, als eine Mitarbeiterin von Sony Columbia USA, Ina Jedlicka, ihn darauf hin wies, dass seinem Album noch eine Single-Auskopplung fehlte. Sie schlug ihm vor, dass der Song eine Geschichte im Sinne von Lukas Grahams 7 Years oder Justin Biebers Love Yourself erzählen sollte. Daraufhin schrieb Arthur das Lied innerhalb von zwei Stunden. Auf den Rat, diesen Song als Single zu veröffentlichen, reagierte Arthur zunächst verärgert, da die Komposition des Liedes im Vergleich zu anderen Songs des neuen Albums verhältnismäßig wenig Zeit in Anspruch genommen hatte. Trotzdem stimmte er der Vorab-Veröffentlichung für September 2016 zu.

Im Zuge seines wiederkehrenden Erfolgs wurde Arthur auch als erster Musiker überhaupt von Syco Music erneut unter Vertrag genommen. Seither wird sein Management im Vereinigten Königreich wieder von Syco Music, ansonsten aber seit 2015 von Columbia Germany übernommen.

Der Song The Truth, der als Titelmusik der amerikanischen Fernsehserie Family Therapy verwendet wurde, erschien auf der Deluxe-Version des Albums.

Das dritte Studioalbum und zukünftige Pläne

Ende 2017 unternahm Arthur eine große Arena-Tournee in England. Dabei präsentierte er auch seine erste Single seit seinem Comeback-Album: den von Max Martin produzierten Song Naked, welcher auch im deutschsprachigen Raum Bekanntheit erlangte. Zu einem Überraschungserfolg wurde das Lied jedoch in Brasilien, nachdem es dort als Hintergrundmusik in einer Seifenoper gespielt worden war.

Ende Juni 2018 kündigte Arthur auf Twitter an, sich nach Fertigstellung seines dritten Albums aus dem Musikgeschäft zurückziehen zu wollen. Zuvor hatte seine neue Single You Deserve Better die UK Top 40 verpasst.[veraltet] Später revidierte er diese Aussage jedoch. Die gleichzeitig veröffentlichten Singles You Deserve Better und At My Weakest wurden allerdings nicht auf das neue Album You aufgenommen, sondern blieben ein eigenständiges EP-Release.

Im Oktober 2019 veröffentlichte Arthur sein drittes Studioalbum You, mit dem er knapp den ersten Platz in den britischen Charts verpasste. Thematisch widmete sich Arthur in diesem Album weniger seinen eigenen autobiographischen Erfahrungen, wie es noch auf Back From The Edge der Fall war, sondern rückte stattdessen – dem Albumtitel You entsprechend – eher die Geschichten, Perspektiven und Probleme anderer Personen in den Vordergrund, ähnlich wie er es schon bei seinem Hit Say You Won’t Let Go getan hat, mit dem sich seine Fans ebenfalls selbst identifizieren konnten. In den Wochen vor und in den Monaten nach Veröffentlichung ging Arthur damit auf Tour, v. a. in Europa, in den USA und auf den Philippinen. Aufgrund akuter gesundheitlicher Probleme musste die Europa-Tour nach nur wenigen Auftritten verschoben bzw. infolge der anschließenden Coronavirus-Krise gänzlich abgesagt werden.

Für 2020 kündigte James Arthur an, drei verschiedene Projekte, die ihm ein persönliches Anliegen sind und weniger auf kommerziellen Erfolg ausgerichtet sind, realisieren zu wollen: ein experimentelles Pop-Album namens Aura mit seinem Musiker-Kollegen und Freund Dan Bingen (gemeinsam unter dem Pseudonym Blynd Men), den zweiten Teil seiner Rap-EP All the World's a Stage sowie ein Alternative-Rock-Album, welches vermutlich den Titel The Emancipation of James Arthur tragen und sein viertes offizielles Studioalbum werden soll. Schon zuvor hatte James Arthur immer wieder kritisch angemerkt, dass er als Musiker eigentlich deutlich vielfältiger sei, als es sein öffentliches Image als Sänger von emotionalen Pop-Balladen vermuten ließe.

Gesang und musikalischer Stil

Arthurs Musikstil variiert zwischen Rock, Pop, Rhythm & Blues, Blues, Soul bis hin zu Rap oder in freieren Gesangs-Improvisationen sogar bis zum Jazz. Auffallend ist Arthurs Wunsch und Bereitschaft, jederzeit und überall live und unplugged zu spielen, wie er es in unzähligen Radioshows und bei anderen Anlässen tut. Bei seinen Konzerten bedient er sich gerne mehrerer Lead-, oder Rhythm- Gitarristen, auch unplugged, die ihn unterstützen, so dass er sich mehr auf seinen Gesang konzentrieren kann. Außerdem tritt er gern mit Backgroundsängern oder -sängerinnen auf. Bei Live-Auftritten covert Arthur regelmäßig Songs anderer Interpreten, wie zum Beispiel von Ed Sheeran, Ariana Grande, Miley Cyrus oder George Michael.

James Arthur hat eine außergewöhnliche Stimme in Tenor-Tonlage, die er durch Kopfstimmen-Technik in große Höhen treiben kann. Bereits in tieferer, ruhiger Tonlage ist das Timbre sowie das leichte Vibrato seiner Stimme auffallend. Wie bei manch anderen Künstlern, zum Beispiel Rod Stewart, scheinen seine Stimmbänder, wenn auch in viel leichterem Maß, angegriffen zu sein. Virtuos sind seine melodischen Umspielungen und Verzierungen der eigentlichen Melodie oder Songzeile, die er auch bei Live-Auftritten koloraturartig anbringt.

Seine Musik, teilweise selbst geschrieben, bringt im Allgemeinen große Empfindsamkeit, Trauer und innere Zerrissenheit zum Ausdruck, wie zum Beispiel in Recovery, Naked oder Fall. Oftmals handeln seine Lieder von Liebesbeziehungen oder psychisch belastenden Erfahrungen, mit Texten, die er hin und wieder aber auch mit einem Augenzwinkern vorträgt.

In seinen Musik-Videos sind mitunter auch bekannte Persönlichkeiten zu sehen, etwa in Naked Cressida Bonas, die Ex-Freundin des britischen Prinzen Harry, oder in Empty Space auch Tom Felton, der in der Harry Potter-Filmreihe mitgewirkt hatte.

Laut eigenen Angaben wurde Arthur schon mehrfach für den Interpreten des Liedes Someone You Loved gehalten, obwohl dieses eigentlich von Lewis Capaldi gesungen wird.

Mixtapes
Jahr Titel Anmerkungen
2014 All the World’s a Stage Erstveröffentlichung: 15. Mai 2014
Als Gastmusiker

Weitere Gastbeiträge

  • 2014: Kryptonite (Rymez feat. James Arthur)
  • 2015: Otherwise (MOKS feat. James Arthur)
  • 2017: Go for Broke (Machine Gun Kelly feat. James Arthur)
  • 2019: Burn Me Alive (Alex Hepburn feat. James Arthur)
Auszeichnungen für Musikverkäufe

Goldene Schallplatte

  • Australien Australien
    • 2018: für die Single Naked
  • Brasilien Brasilien
    • 2019: für das Album Back from the Edge
  • Danemark Dänemark
    • 2018: für die Single Naked
    • 2019: für die Single Impossible
    • 2019: für die Single Can I Be Him
  • Frankreich Frankreich
    • 2013: für die Single Impossible
  • Italien Italien
    • 2019: für die Single Can I Be Him
  • Polen Polen
    • 2016: für die Single Let Me Love the Lonely
    • 2019: für die Single Naked
  • Schweden Schweden
    • 2017: für das Album Back from the Edge
    • 2018: für die Single Naked

Platin-Schallplatte

  • Australien Australien
    • 2018: für die Single Sun Comes Up
  • Belgien Belgien
    • 2014: für die Single Impossible
    • 2017: für die Single Say You Won’t Let Go
  • Danemark Dänemark
    • 2019: für das Album Back from the Edge
  • Frankreich Frankreich
    • 2017: für die Single Say You Won’t Let Go
  • Italien Italien
    • 2014: für die Single Impossible
    • 2019: für die Single Naked
  • Norwegen Norwegen
    • 2020: für das Album You
  • Polen Polen
    • 2014: für das Album James Arthur
  • Schweden Schweden
    • 2013: für die Single Impossible
  • Spanien Spanien
    • 2017: für die Single Say You Won’t Let Go

2× Platin-Schallplatte

  • Neuseeland Neuseeland
    • 2017: für die Single Say You Won’t Let Go
  • Polen Polen
    • 2017: für die Single Say You Won’t Let Go

3× Platin-Schallplatte

  • Danemark Dänemark
    • 2020: für die Single Say You Won’t Let Go
  • Neuseeland Neuseeland
    • 2013: für die Single Impossible
  • Italien Italien
    • 2018: für die Single Say You Won’t Let Go
  • Kanada Kanada
    • 2017: für die Single Say You Won’t Let Go

5× Platin-Schallplatte

  • Australien Australien
    • 2014: für die Single Impossible

7× Platin-Schallplatte

  • Schweden Schweden
    • 2017: für die Single Say You Won’t Let Go

11× Platin-Schallplatte

  • Australien Australien
    • 2019: für die Single Say You Won’t Let Go

Anmerkung: Auszeichnungen in Ländern aus den Charttabellen bzw. Chartboxen sind in ebendiesen zu finden.

Awards und Nominierungen
Jahr Organisation Award Arbeit Entscheidung
2013 BRIT Awards British Single of the Year Impossible Nominiert
NRJ Music Awards International Breakthrough of the Year Gewonnen
2014 Radio Regenbogen Award Pop International Gewonnen
2017 BRIT Awards British Single Say You Won’t Let Go Nominiert
British Artist Video Nominiert
Teen Choice Award Choice Breakout Artist Nominiert
American Music Awards New Artist of the Year Nominiert
2019 iHeartRadio Music Awards Best Cover Song Rewrite the Stars (mit Anne-Marie) Nominiert
Quelle: Wikipedia