Daniel Dominik Kaiser-Küblböck (* 27. August 1985 als Daniel Dominik Küblböck in Hutthurm; verschollen seit dem 9. September 2018 in der Labradorsee) ist ein deutscher Sänger, der durch die RTL-Castingshow Deutschland sucht den Superstar (DSDS) bekannt wurde.

Leben und Karriere

Kindheit und Jugend

Daniel Küblböck beschreibt in seiner Biografie von 2003 eine schwierige Kindheit, die von vielen Übersiedlungen geprägt war. Nach der Scheidung der Eltern lebte er zunächst bei seiner Mutter, die insgesamt siebenmal verheiratet war. Sie habe häufig Männer bei sich gehabt, getrunken und ihn im Rausch auch verprügelt. Seine Familie hätte sich eine Tochter gewünscht, weswegen er eine weibliche Rolle eingenommen habe. Später wohnte er bei seinem Vater, an dem er sehr gehangen habe.

Als Kind trat er auf der Schulbühne und auf Kleinbühnen in Bayern auf. 1998 machte er eine Tanzausbildung in Passau. Nach dem Hauptschulabschluss begann er im September 2001 eine Ausbildung zum Kinderpfleger an der Berufsfachschule Pfarrkirchen, in deren Rahmen er ein Praktikum in einem Kindergarten in Eggenfelden absolvierte.

Deutschland sucht den Superstar

Auftritte in Deutschland sucht den Superstar
MottoshowLiedOriginalinterpret
Mein SuperstarAnother Day in ParadisePhil Collins
LovesongsUnchained MelodyThe Righteous Brothers
Hits 2002EverytimeThe Flames
MusicalTragedyBee Gees
Die 80er99 LuftballonsNena
Big BandMy WayFrank Sinatra
DiscoDancing QueenABBA
Night FeverBee Gees
FilmhitsOh, Pretty WomanRoy Orbison
Born to Be WildSteppenwolf

Küblböck unterbrach seine Ausbildung, um zusammen mit zehn anderen Kandidaten Ende 2002/Anfang 2003 in Köln bei der ersten Staffel der Castingshow Deutschland sucht den Superstar teilzunehmen. Sein Auftreten bescherte ihm während der Laufzeit der Show schnell das Interesse vieler Zuschauer und der Medien. Besonders die Bild-Zeitung räumte dem „schrägen Vogel“ Küblböck mehr Platz ein als jedem anderen Kandidaten. Auch deswegen wurden ihm nicht selten Gewinnchancen zuerkannt. Er schied schließlich in der vorletzten Sendung aus und belegte den dritten Platz hinter Alexander Klaws und Juliette Schoppmann. Mit der Single You Drive Me Crazy (produziert von Dieter Bohlen) kam Küblböck an die Spitze der Charts in Deutschland.

Nach seinem Ausscheiden bei Deutschland sucht den Superstar am 1. März 2003 war Küblböck für mehr als ein Jahr in den deutschen Medien präsent. Es folgten unter anderem ein Gastauftritt in der 200. Folge der Fernsehserie St. Angela und ein Werbespot für eine Molkerei. Im Juni 2003 erschien Küblböcks Debütalbum Positive Energie und Ende September 2003 bei Bertelsmann seine Autobiografie Ich lebe meine Töne, die er gemeinsam mit der Journalistin Julia Boenisch verfasst hatte. Das Buch, das er für eine Hörbuchversion auch selbst einsprach, erreichte Platz drei in der Spiegel-Bestsellerliste. 2003 bestritt Küblböck zudem über 20 Konzerte. Insgesamt hatte er über 50 Auftritte, darunter mehrere Unplugged-Konzerte im Dezember 2004 und Februar 2005.

Medienpräsenz 2004/2005

Anfang 2004 war Daniel Küblböck erneut in einer regelmäßigen Fernsehshow zu sehen, als er an der ersten Staffel der RTL-Fernsehsendung Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! teilnahm.

Am 24. Februar 2004 verursachte Küblböck, der zu diesem Zeitpunkt noch keinen Führerschein besaß, bei Pfarrkirchen in Niederbayern einen Unfall, bei dem das Auto, in dem er und zwei Bekannte saßen, mit einem Lkw zusammenstieß. Nachdem ihn die Feuerwehr aus dem Autowrack befreit hatte, wurde er noch am Unfallort vom Notarzt in Narkose versetzt. Ein Rettungshubschrauber flog ihn ins Klinikum Passau. Er wurde am linken Arm operiert, drei Tage später auch an der rechten Schulter. Zudem erlitt Küblböck bei dem Unfall eine Kopfverletzung, verlor einen Zahn und trug eine sichtbare Narbe davon. Prominenten Krankenbesuch bekam Küblböck von Thomas Gottschalk, womit dieser nebenbei eine verlorene Wetten, dass..?-Saalwette einlöste. Mit Urteil vom 23. Juni 2004 wurde Küblböck nach Jugendstrafrecht zu einer Geldstrafe von 25.000 Euro sowie zu acht Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Laut Medienberichten schlug der Richter ein Franziskaner-Kloster als Ableistungsort vor. Die Franziskaner in seiner Heimatstadt Eggenfelden lehnten ab, mehrere Klöster in Bayern erklärten sich jedoch dazu bereit. Im August 2004 machte Küblböck den Führerschein.

Im selben Jahr drehte Ulli Lommel den Film Daniel, der Zauberer, in dem Küblböck in der Hauptrolle eine fiktionalisierte Version von sich selbst spielte und der im August 2004 in die Kinos kam. Der von der Kritik mehrheitlich verrissene Film floppte und markierte den vorläufigen Endpunkt von Küblböcks starker Medienpräsenz. Ein im Vorfeld der Filmpremiere für Oktober 2004 angekündigtes Album wurde verschoben. Stattdessen veröffentlichte Küblböck Ende 2004 gemeinsam mit drei anderen DSDS-Teilnehmern unter dem Namen 4 United die Single Don’t Close Your Eyes sowie eine DVD zu seiner Positive-Energie-Tournee 2003.

Im Januar 2005 kam der Comic Super-Dan heraus, in dem Küblböck Abenteuer als Superheld bestehen muss. Die Serie wurde jedoch schon im März 2005 wieder eingestellt; als Grund wurden rechtliche Probleme genannt.

Vom 4. bis 11. September 2005 wohnte Küblböck im Big-Brother-Dorf. Im Oktober 2005 ließ er sich seine abstehenden Ohren anlegen, deretwegen er schon im Kindergarten als „Dumbo“ gehänselt worden war. Im selben Monat gelang ihm mit dem Rio-Reiser-Cover König von Deutschland erneut der Sprung in die deutschen Singlecharts, im November 2005 erschien sein zweites Album Liebe Nation. Mit diesen Veröffentlichungen schlossen sich Küblböcks Produzenten dem Trend zu Popmusik mit deutschsprachigen Texten an. Den veränderten Stil sollte auch das Motto einer Mini-Promo-Tour im November mit dem Titel Ich hass mich unterstreichen.

Imagewandel ab 2007

Im Juni 2007 schaffte Küblböck es mit Born in Bavaria wieder in die deutschen Charts; die Single im Countrystil erreichte Platz 54. Sein erstes Jazzprogramm veröffentlichte er am 14. Juli 2007 als DVD Jazz-Night in Stuttgart und stellte diese auch im Nürnberger Kino Cinecittà als Premiere vor.

2008 veranstaltete er mit einer Aktion unter dem Motto „Liebe positiv – Bleib negativ“ eine Benefiz-Gala am Flugplatz Mannheim zugunsten der Deutschen AIDS-Stiftung. Unter dem Motto „Daniel Küblböck & Friends“ moderierte er die Veranstaltung und trat neben Juliette Schoppmann, Claus Eisenmann sowie der Newcomerband „Radio Caroline“ selbst auf. Im September 2008 startete er eine neue Tour „Jazz meets Blues … wenn zwei sich verlieben“. Wie auch schon auf seiner „Back to the Roots“-Tour im Jahr 2007, zu der am 4. Oktober die DVD-Premiere im Cinecittà Nürnberg anstand, war er wieder in ganz Deutschland zu sehen.

2010 veröffentlichte Küblböck die Single Bodenmais [moachts eich auf] in Zusammenarbeit mit dem gleichnamigen Urlaubsort im Bayrischen Wald sowie sein neues Album Schrebergarten, auf dem er deutschsprachigen Jazz, Rock und Pop präsentiert. Beide Alben wurden von Marco Breitenstein produziert und erschienen unter seinem Label Küblböck Records. Am 8. August 2010 war Küblböck beim Fernsehsender VOX in der Sendereihe Das perfekte Promi-Dinner als einer von vier Gastgebern vertreten.

Am 9. Dezember 2011 trat er mit dem Titel You Drive Me Crazy in der Ultimativen Chartshow auf. Seine Positive Energie GmbH produzierte die Küblböck Talk Night, die zweimal 2010 und einmal 2011 stattfand und via Internet ausgestrahlt wurde. Im Rahmen der Rheingauer Weinbühne moderierte Küblböck von November 2011 bis März 2014 insgesamt fünfmal die Talkshow Daniels Bistro in der Brentanoscheune in Oestrich-Winkel.

2011 wurde er in Form einer Erwachsenenadoption gemäß § 1767 BGB von der 70-jährigen, ledigen und kinderlosen Immobilien-Millionärin Kerstin Elisabeth Kaiser adoptiert.

Am 3. Januar 2013 wurde Küblböcks drogensüchtiger Bruder tot in seiner Berliner Wohnung aufgefunden. Die Brüder hatten seit Jahren keinen Kontakt mehr gehabt.

Küblböck lebte auf Mallorca und in Berlin, davor hatte er drei Jahre in Nürnberg und anschließend in Wiesbaden gewohnt. Musikalisch war Küblböck mittlerweile dem Jazz zugetan, mochte sich aber auf keine Musikrichtung festlegen. Auf seinem 2012 erschienenen Album Diez años Kúblbóck – Ich versteh’ nur Spanisch finden sich neben deutschen Chansons auch spanische Latin-Pop-Songs.

Küblböck gab nach wie vor Konzerte in kleinerem Rahmen. Die dargebotenen Programme bestanden vorwiegend aus eigenen Titeln in englischer, deutscher und spanischer Sprache.

2013 trat er unter dem Namen Daniel Kaiser auf und veröffentlichte die Single Be a Man, die mit einem weiteren Imagewechsel verbunden sein sollte. Mit diesem Titel bewarb er sich für die Teilnahme am Eurovision Song Contest 2014 in Kopenhagen. Er wurde jedoch von der Jury des Norddeutschen Rundfunks abgelehnt. Ein weiterer Versuch Küblböcks, per YouTube-Video eine Wildcard für die deutsche Vorauswahlsendung zu erhalten, scheiterte ebenfalls.

2015 nahm Küblböck als Kandidat an der achten Staffel der RTL-Show Let’s Dance teil und belegte mit seiner Tanzpartnerin Otlile Mabuse den sechsten Platz. 2016 trat er in der ARD-Dokusoap Verrückt nach Fluss auf.

Ab September 2015 machte Küblböck eine Schauspielausbildung am Europäischen Theaterinstitut Berlin (ETI). Von Küblböck geäußerte Mobbingvorwürfe, die im Sommer 2018 auf einer Facebook-Fanseite veröffentlicht wurden und die er auf seine letzte Rolle, einen Transvestiten, bezog, wies die Schauspielschule zurück.

Seit 2017 trat er offiziell als Daniel Kaiser-Küblböck auf. Von 2014 bis 2017 war er mit Robin Gasser liiert.

Unternehmerische Tätigkeit

Die Einnahmen aus seinem Album Positive Energie in Höhe von rund einer Million Euro investierte Küblböck in eine Solaranlage in Niederbayern, was ihm hohe Gewinne einbrachte. Im September 2003 ließ er unter seinem Namen eine Parfumlinie für Jungen und Mädchen in drei Duftnoten auf den Markt bringen. Von 2005 bis Ende 2013 war er alleiniger Geschäftsführer der Firma Positive Energie GmbH Daniel Küblböck, mit der er seine Person vermarktete. Sie wurde 2016 aus dem Handelsregister gelöscht.

Verschollen auf Kreuzfahrt 2018

Im September 2018 nahm Küblböck privat an einer Reise von Hamburg nach New York auf dem Kreuzfahrtschiff AIDAluna teil. In den Wochen vor der Kreuzfahrt hatte sein Umfeld nach Angaben seines Vaters eine plötzliche Wesensveränderung und psychische Probleme bei Küblböck festgestellt und vergeblich versucht, die Reise zu verhindern. Auf einem mit „Künstlerin. Schauspielerin. Transsexuell“ umschriebenen, nicht verifizierten Instagram-Account veröffentlichte er während der Fahrt Selfies von sich in Frauenkleidern. Laut Aussage eines Passagiers, der in einer benachbarten Kabine untergebracht war, habe sich Küblböck auffällig benommen und z. B. häufig Selbstgespräche geführt.

Seit dem 9. September 2018 ist Küblböck auf See verschollen, nachdem er gegen 4 Uhr morgens (Ortszeit) vor der Küste Neufundlands über Bord gesprungen war. Die Position im Nordatlantik befindet sich etwa 185 km nördlich von St. John’s (kanadische Provinz Neufundland und Labrador) in der Labradorsee. Die Wassertemperatur betrug in dem Seegebiet etwa 10 °C.

Um 6 Uhr (Ortszeit) ging bei der kanadischen Rettungszentrale in Halifax der Notruf ein. Die kanadische Küstenwache startete daraufhin eine Suchaktion mit zwei Schiffen der Küstenwache, einem Überwachungsflugzeug und einem Helikopter. Auch die AIDAluna, die an die Unglücksstelle zurückkehrte, und das Kreuzfahrtschiff Zuiderdam, das sich in der Nähe befand, beteiligten sich an der Suche. Am 10. September 2018 wurde die Suche nach Küblböck eingestellt, weil die maximale Überlebensdauer im kalten Wasser überschritten war, um ihn noch retten zu können. Am 11. September bekundete Küblböcks Familie auf der offiziellen Website ihre Trauer um den Sohn Daniel und stellte fest, dass sich die Hoffnung auf das „große Wunder“ einer Rettung nicht erfüllt habe.

Nach dem Verschollenheitsgesetz kann er sechs Monate nach dem Unglück, also seit dem 9. März 2019, auf Antrag für tot erklärt werden. Nachdem mehrere Medien lanciert hatten, dass er ihn für tot erklären lassen wolle, dementierte Küblböcks Vater dies im Mai 2019 und erklärte, das auch nicht vorzuhaben.

Auszeichnungen

  • 2003: New Faces Award: „Bester Newcomer Preis 2003“ (Bunte, Burda Verlag)
  • 2003: Silberner Otto: „Zweitbester Nachwuchskünstler“ (Bravo)
  • 2003: Brillenträger des Jahres
  • 2004: Echo für We Have a Dream

Werke

  • Ich lebe meine Töne, Random House Entertainment, München 2003, ISBN 3-8090-3021-X
Quelle: Wikipedia